Durch die Brille eines Radfahrers (I)

Ich kann mir wirklich keine schönere Gegend vorstellen. Im Winter flach, im Frühjahr hügelig und im Sommer bergig mit knackigen Rampen. Zum Rennradfahren bieten die Mosel und die angrenzenden Regionen einfach ein tolles Terrain. Beim Trainieren sind mir einige Weinlagen noch vertrauter geworden. Die fünf Kehren im Piesporter Goldtröpfchen beispielsweise bieten über 300 Höhenmeter und 4 km ein besonderes Panorama. Man kann die verkehrsarme Straße schon früh im Jahr genießen, denn im Talkessel bei Piesport gelegen ist der Südhang mit seinen mehr als 66 ha eine klimatisch bevorzugte Lage. Der schwarze Devon-Schiefer speichert die Wärme tagsüber und gibt sie nachts ab. Wenn ich hier beim Austrieb der Reben oder zur Traubenblüte hochfahre, erkennt man den Vorsprung gegenüber anderen, weniger prädestinierten Weinbergen direkt. Und heute, vor der zweiten Kehre, am Weinberg der Familie Langguth, leuchten die Trauben kompakt, gesund und ich würde wetten, mit einem deutlich höheren Reifegrad als unten in der Ebene. Hoffentlich bleibt es jetzt noch vier Wochen trocken. Das wäre gut für die Trauben und die Qualität der Erben Weine Jahrgang 2014 und auch für meine Ausfahrten im Herbst. Dann werde ich hier noch einige Male vorbeischauen. Ganz bestimmt.

 

Ausführlich und ungekürzt – ein Rückblick auf das Erben Winzerwochenende

Wenige Tage sind seit dem Erben Winzerwochenende vergangen und (leider) ist die Normalität bei mir schon fast wieder eingekehrt. :)

Es ist es an der Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen. Und welcher Ort wäre dafür besser geeignet, als ein sonniges Bänkchen direkt an der Mosel in der wärmenden Septembersonne? Vor mir liegt die Promenade von Trarbach und ein Schiff macht sich gerade Richtung Zeltingen auf den Weg.

Das Erben Winzerwochenende hat alle unsere Vorstellungen gesprengt. Noch nie zuvor gab es eine solche Veranstaltung in der Unternehmensgeschichte. Da ist es schwer, vorab Erwartungen zu formulieren und irgendwie stellt man sich doch auf das Schlimmste ein. Was ist, wenn niemand unserer Einladung folgt? Was machen wir, wenn es wie aus Eimern regnet? Was tun, wenn alle mit auf das Boot wollen und nicht in den Workshop? Umso schöner, dass nichts davon eingetreten ist.

Das Programm des Erben Winzerwochenendes sah wie folgt aus:

Am Freitagabend nahmen wir 50 Erben Wein Kenner, Hobbyköche, Weinexperten sowie Food- und Genussblogger im alten Rathaus in Wittlich in Empfang. Unsere Gäste kamen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und nahmen teilweise eine weite Anreise auf sich, um dabei zu sein. Ich glaube, ich kann stellvertretend auch für alle meine Kollegen sagen, dass wir uns auf Anhieb sympathisch waren und so dauerte das kleine Get-together schon deutlich länger als erwartet. :)

Am Samstagmorgen starteten wir dann mit einer geführten Wanderung auf dem Erben Pfad, der unsere müden Knochen ordentlich in Schwung brachte. Die Wanderung war gespickt mit zahlreichen Informationen über die Region, das Städtchen Traben-Trarbach und die Weinberge. Am Ziel, dem Erben Jubiläums-Weinberg, nahmen unsere Erben Patrone dann ihren persönlichen Rebstock in Augenschein. Die schon etwas süßen Riesling-Trauben wurden lieber vom Nachbarstock genascht als vom eigenen Stock. Alles in allem haben unsere Jungwinzer jedoch eine gute Figur abgegeben. Beim Rosen einpflanzen durften dann schließlich alle einmal Hand anlegen. Rosen sind als Zeigerpflanzen bei Befall von Pilzkrankheiten wichtige Indikatoren und sehen vor allem soooo schön aus. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es den Rosen geht. :)

Während sich die Begleitpersonen über die Mosel schippern ließen, mussten die geladenen Gäste ran an die Arbeit. Beim Workshop ging es richtig in die Vollen! Diskutiert und ausgetauscht haben wir uns unter anderem intensiv zu den möglichen Mehrwerten der neuen Community, zu den Wegen der Onlinekommunikation und zu vielem mehr. Dabei haben wir für unsere Weinmarke Erben wahnsinnig viel wertvolles Feedback erhalten.

Frisch erholt begingen wir dann am Abend das Erben Fest, die Gründungsfeier unserer Erben Gemeinschaft. Bei tollem Essen und selbst gezapftem Wein hätte es nirgendwo sonst als in unserem historischen Gewölbekeller ein stimmungsvolleres Ambiente geben können. Angefüllt mit frischen Impressionen und Eindrücken und begleitet von dem Gefühl, dass unser Treffen gerne noch etwas länger hätte dauern können, trennten sich unsere Wege dann kurz vor Mitternacht.

Mit dem wertvollen Input, den uns unsere Gäste hinterlassen haben, werden wir uns nun ans Werk machen, unsere Erben Gemeinschaft zu formen und mit Inhalten zu füllen, um mit euch in Kontakt zu bleiben. Über die weitere Entwicklung werden wir hier in unserem Blog regelmäßig berichten. :)

Abschließend möchte ich einen Dank aussprechen. Zum einen an alle Teilnehmer, die weite und kurze Anreisen mit Stau auf der Autobahn und Verspätungen der Bahn auf sich genommen haben, um dieses Erlebnis mit uns zu teilen. Mein Dank gilt aber auch allen fleißigen Händen, die in irgendeiner Weise am Gelingen unseres ersten Erben Winzerwochenendes beteiligt waren.

Nach dem Erben Winzerwochenende ist vor der Erben Gemeinschaft

Es ist Montag und das Erben Winzerwochenende liegt nun leider schon wieder hinter uns. Es waren schöne Tage voller netter Menschen, interessanter Begegnungen und natürlich dem ein oder anderen guten Glas Wein. Wir danken allen, die das Wochenende zu dem gemacht haben, was es war: die Grundsteinlegung für die Erben Gemeinschaft und ein Ort für den Austausch zwischen denen, die gerne guten Wein anbieten und denen, die ihn anschließend gerne trinken! :)

Die Erben Gemeinschaft tagt.

Nach vielen Wochen der Vorbereitung ist es nun endlich soweit: das Erben Winzerwochenende ist eröffnet! Heute Abend haben wir ab 19:30 Uhr unsere lieben Gäste im altehrwürdigen Rathaus in Wittlich in Empfang genommen.
Rund 50 Wein-Genießer aus vielen Ecken Deutschlands sind gekommen, um mit uns zwei Tage ganz im Zeichen unserer Erben Weine zu verbringen. Gespannte Erwartungen auf beiden Seiten und viele Fragen. Nicht alle konnten am ersten Abend geklärt werden, wie zum Beispiel diese:

Aber morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag. Wir freuen uns darauf!

Irgendwo unter dem Regenbogen.

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Unser Winzerwochenende steht vor der Tür. Heute waren ein paar letzte Handgriffe zu erledigen. Unter anderem haben wir Schilder für unseren neu angelegten Erben Pfad angebracht. Schließlich wollen wir nicht, dass unsere Gäste beim Aufstieg zum Erben Jubiläumsweinberg verloren gehen. Denn auf den Regenbogen, der sich pünktlich zum Feierabend über dem Mont Royal zeigte, ist leider als Wegweiser nicht immer Verlass!

Ach ja, apropos, liebe Gäste: Falls ihr die Infos zum Wochenende sucht, die haben wir hierhin verschoben. Ihr seht, bei uns geht nichts verloren!

Die Rolle im großen Ganzen oder wie das eine zum anderen kam

Heute ist es für mich an der Zeit, einen ersten Blogbeitrag zu schreiben. Noch unerfahren im Schreiben selbiger und nur geprägt durch das Lesen anderer Blogs, lege ich hochmotiviert los.

Nach meinem Studium der Weinbetriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn hat es mich als echte Schwäbin vor nicht allzu langer Zeit an die schöne Mosel gezogen. Mittlerweile im Marketing des Weinhauses F.W. Langguth Erben mitverantwortlich für die Social Media-Arbeit, ist es meine Aufgabe, das 50-jährige Jubiläum der Marke Erben und das damit verbundene Erben Winzerwochenende zu einem rauschenden und einmaligen Abschluss zu bringen. Zusätzlich sollen die Erben Weine, nach der bereits vor längerer Zeit begonnenen Facebook-Arbeit, nun vollkommen im Netz ankommen.

Diese Fülle von spannenden Aufgaben stellt mich gleichzeitig vor die eine oder andere Herausforderung. „Verena, du bist die Auserwählte, um die Gäste in einem Video einzuladen!“, habe ich in einer vorbereitenden Sitzung mitgeteilt bekommen. Klingt total harmlos. Wenn das Filmteam anrückt, wird einem jedoch etwas mulmig. Wie das aussah, könnt ihr hier sehen. Ein bisher einmaliges Erlebnis und wie ich finde, auch recht gelungen. Die nächste neue Aufgabe folgt in meiner Rolle als Chefredakteurin in unserem Erben Blog. Interessant, kurzweilig, informativ und weinfreudig soll dieser werden, darum nix wie ran an die „Arbeit“ – ich freu mich drauf.

Liebe Grüße und ein Prost von der Mosel!

Eure Verena

Kellereiarbeit – Teil 1 : Die Ernte

Der Herbst. Lange haben wir auf diese Zeit hingearbeitet. Und schwups … da ist er.
Das ganze Jahr wurden die Trauben gehegt und gepflegt. Oft schon haben uns die Touristen gefragt, ob wir denn suizidgefährdet sind. Immerhin sind die Weinberge doch so steil. Aber dem waschechten Moselaner macht das wenig aus. Und wenn die Trauben reif sind, dann werden einfach mal schnell alle Verwandten, Freunde und Bekannte zusammengetrommelt, und dann geht es los.

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Am Abend zuvor werden noch ein großer Topf mit Suppe gekocht, viele Brötchen geschmiert und traditionell ein Blech mit Nussecken gebacken, damit auch keiner hungert. Mit Eimern und Scheren bewaffnet, fährt jetzt der ganze Lesetrupp in den Weinberg.

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Am einfachsten liest sich ein Weinberg von unten nach oben. Mit der Gartenschere jetzt erst mal die vielen Blätter wegschneiden. So können die Trauben besser gelesen werden. Die Traube mit einer Hand packen und am Stiel abschneiden. Hier müsst ihr aufpassen. Der Stiel der Traube ist holzig und fest. Es braucht also ein bisschen Kraft. Aber Achtung, nicht zu viel, sonst geht es euch wie mir im letzten Jahr. Ich kann euch sagen, ich hab mir nicht nur einmal in die Finger geschnitten.

Der Vorteil der Handlese ist natürlich, dass bei ihr direkt eine Selektion vorgenommen werden kann. Nur reifes Traubengut wird gelesen, faule Trauben bleiben am Stock hängen. Natürlich machen sich die Winzer auch moderne Technologien für die Weinlese zunutze. In vielen Flachlagenweinbergen werden Vollernter eingesetzt. Diese fahren durch die Rebzeilen und schütteln die Beeren ab. Das Stielgerüst verbleibt am Stock.

Die Trauben werden dann in einen Eimer getan, der immer vor dem Rebstock steht. Auf diese Art werden alle Trauben an einem Stock gelesen, und dann geht es ab zum nächsten. Ist der Eimer voll, bringt ihr ihn zum Traktor, der große Bütten auf dem Anhänger stehen hat. Jetzt kommen unsere Herren zum Einsatz. Sie dürfen die Eimer auskippen.

Am Schönsten an der Lese ist das gemeinsame Mittagessen. Wir sitzen alle zusammen auf improvisierten Sitzgelegenheiten, meistens unsere Leseeimer, und lassen es uns schmecken. Nach der harten Arbeit schmeckt es allen besonders gut. In der geselligen Runde wird außerdem die eine oder andere Flasche Wein getrunken.

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Aber dann muss weitergearbeitet werden. Stock für Stock, Zeile für Zeile, wird ein Weinberg nach dem anderen gelesen. Bis irgendwann alle Trauben als Federweißer in den Fässern gärt. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, über den ich euch in den folgenden Beiträgen gerne berichten werde.

Weinberge in den Jahreszeiten

Durch mein Bürofenster in Traben-Trarbach sehe ich jeden Tag, wie sich die Weinberge an der Mosel mit der Zeit verändern. Erst dann bekommt man mit, wie viel Arbeit die Winzer wirklich haben.

Im Winter zum Beispiel sollte der Weinberg eine Pause einlegen. Damit die Rebstöcke nicht einfrieren, wird an jeden Stock ein kleiner Erdhügel angehäuft, damit die Kälte keine Chance hat. Ich beobachte die Winzer dabei, wie sie den Rebschnitt ausführen, denn der wirkt sich auf das Blattwachstum, die Menge und die Qualität der Trauben aus. Es werden nur noch die Drähte nachgespannt und dann können auch schon die nächsten Triebe im Frühjahr kommen!

Im Frühling ist der Winterschlaf dann auch wieder vorbei und Ende März beginnt die Rebe wieder damit, Wasser aufzunehmen. Dieses Wasser drückt an die Rebschnitte und tropft ab. Im April bilden sich nun die Knospen, die der Winzer aufbricht, damit der Austrieb beginnen kann. Zum Schluss werden die Ranken von den Drähten aufgebunden, um das Wachstum stetig zu beobachten.

Ende Juni hat auch schon der Sommer angefangen und dann beginnt in den Weinbergen die Blütezeit. In dieser wichtigen Phase kann man das Erntedatum bestimmen. Man sagt ca. 100 Tage nach der Blüte. Während die Trauben im Juli anfangen zu reifen, findet die „Grüne Ernte“ statt. Das heißt, einige der noch grünen Trauben werden aus dem Rebstock geschnitten, um die Entwicklung und die Qualität zu überprüfen. Ich sehe auch immer wieder, wie die Winzer die Weinberge entlauben, damit auch genug Luft und Licht an die Trauben kommt. Im August beginnt nun endlich der Reifeprozess und jetzt ist noch einmal Warten angesagt.

Im September/Oktober ist es dann endlich soweit. Der Reifegrad der Trauben ist erreicht. Man sieht auf den Straßen überall Traktoren mit ihren grünen Fässern und den geernteten Trauben. Die Weinberge sind voller Menschen, die fleißig am Arbeiten sind. Es gibt aber auch eine schnellere Möglichkeit, die Trauben zu lesen, und zwar eine Erntemaschine. Sie fährt durch die Weinberge und rüttelt an den Rebstöcken, bis die Trauben abfallen und in der Maschine landen. Diese Maschine hat aber auch einen Nachteil: Es fallen nicht immer alle Trauben ab und so entsteht ein Verlust an Trauben. Nach zwei bis drei Wochen ist die Ernte dann auch wieder vorbei und es kehrt Ruhe in den Weinbergen ein. FAST! Denn im Herbst fangen die Blätter an sich zu färben und es entsteht ein goldener Weinberg, der von vielen Touristen als Wanderweg genutzt wird.

Immer wieder spannend, aus dem Fenster zu sehen :-)

Gestatten, André Weltz: Weinfan und Hobbykoch

 

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Ich bin André Weltz, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb im Hause der Weinkellerei Langguth Erben im schönen Traben-Trarbach. In dieser Position bin ich allerdings erst seit 4 Monaten, vorher habe ich, um offen zu sein, Bier (Becks) und Saft (Valensina) verkauft und genossen, aber jetzt bin ich Weinfan und überrascht, dass ich es erst jetzt mit 45 Jahren geworden bin. Ich finde, Wein ist ein generationsübergreifendes Produkt, eigentlich ein Lebensstil. Für mich bedeutet es Genuss, Lebensfreude, und Interesse habe ich an allem, was ich damit in Verbindung setzen kann – wie ausgezeichnetes Essen. An dieser Stelle darf ich verraten, dass ich jetzt auch koche. Auch oder gerade weil ich ja nun weiß, dass erst durch die gelungene Kombination aus Wein und Essen jedes Gericht zu einem Erlebnis werden kann. Mich interessiert sehr, ob Sie das auch so sehen. Deswegen möchten wir gerne in diesem Blog mit Ihnen einen Austausch anstoßen, u. a. über dieses Thema. Wir halten noch viele Themen rund um das Thema Wein für Sie bereit! Ich freue mich auf einen lebendigen Dialog mit Ihnen. Dieser ist hoffentlich voller Anregungen, Tipps und Erfahrungsaustausche. Beispielsweise möchte ich gern erfahren, was Sie mit dem Thema Wein verbinden, welche Rebsorten Sie mögen, zu welchen Anlässen Sie Wein bevorzugen usw. Ich habe so viele Fragen an Sie. Bitte entscheiden Sie selbst, zu welchem Thema Sie mit mir oder meinem Team Gedanken austauschen wollen. Ich freue mich sehr darauf.

Ihr André Weltz