Crowdpairing: Der Geschmack der Vielen

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Üblicherweise sind es ja die Weinexperten, die beim sogenannten „Wine and Food-Pairing“ entscheiden, welcher Tropfen am besten zu welcher Speise passt. So handhaben wir es beispielsweise auch bei unserem Erben Rezeptbuch: Ihr liefert das Gericht, wir die Weinempfehlung dazu. Neulich, bei der Erben Tafelrunde, haben wir uns entschlossen, einmal einen anderen Weg zu gehen.

Denn wenn es einen zentralen Gedanken gab, von dem wir uns seit der Gründung der Erben Gemeinschaft haben leiten lassen, dann ist es der, dass es beim Thema Wein zu viele selbsternannte Experten gibt. Diese „Besserwisser“ können einem mitunter schon mal den Spaß am Genießen verderben. Auch wenn es fast schon banal klingt: Wir sind der Überzeugung, dass am Ende immer der eigene Gaumen entscheidet, denn die Geschmäcker sind nun mal verschieden.

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Dieser Gedanke stand auch Pate, als sich Chili und Erben Weine zum „Hot Barbecue“ in Berlin trafen. Zu den pikanten Grillgerichten wurden folgerichtig nicht nur eine Sorte Wein, sondern jeweils drei gereicht. Darunter befanden sich teilweise auch Sorten, von denen ein Kenner möglicherweise abgeraten hätte. So geriet unser 4-Gänge-Menü für unsere Gäste zu einem kulinarischen Experiment, das so manche kulinarische Überraschung bereit hielt.

Getafelt und verkostetet wurde in kleinen Gruppen. Am Ende eines jeden Gangs wurde jeder Tisch aufgefordert, eine Wahl zu treffen. Denn die Idee beim Crowdpairing ist: Welcher Wein am besten passt, entscheidet der Geschmack der Vielen. Passend zur Schärfe der Chili-Schoten wurde an den Tischen oft heiß über den Favoriten diskutiert, und nur selten viel das Votum einstimmig aus. Dennoch zeigte sich nach dem Auswerten der Bewertungsbögen eine Tendenz, die wir heute mit euch teilen möchten.

Erster Gang

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Truthahnbrust geräuchert an Dreierlei Käse-Dips
dazu
Grim Reaper „Rookie Goblin“

Weinauswahl
2014 Erben Patenschaft-Riesling, Trabener Königsberg Riesling feinherb, Mosel
2014 Erben Grauburgunder trocken, Pfalz
2014 Erben Spätlese feinfruchtig, Rheinhessen (Favorit)


Zweiter Gang

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Pulled Pork aus dem Smoker an Pariser Blattsalat und Quinoasalat
dazu
Marie Sharp’s „Hot Habanero“ Chili Sauce

Weinauswahl
2013 Erben Spätburgunder lieblich, Rheinhessen (Favorit)
2014 Erben Dornfelder Rosé halbtrocken, Rheinhessen
2014 Erben Exklusiv Cabernet Sauvignon Rosé Réserve trocken, Pfalz


Dritter Gang

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Rinderbraten aus dem Smoker an Linsensalat und Schwäbischem Kartoffelsalat
dazu
Suicide Sauces „Habanero BBQ“ Chili Sauce

Weinauswahl
2014 Erben Regent fruchtig-süß, Rheinhessen
2013 Erben Exklusiv Dornfelder Barrique trocken, Pfalz
2013 Erben Exklusiv Spätburgunder Réserve trocken, im Eichenholz gereift, Rheinhessen (Favorit)


Vierter Gang

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Quark-Joghurt mit Trauben-Walnuss-Dessert
dazu
Suicide Sauces „Mango Fire“ Chili Sauce

Weinauswahl
2013 Erben Exklusiv Huxelrebe Auslese, fruchtig-süß, Rheinhessen
2014 Erben Müller-Thurgau fruchtig-süß, Rheinhessen (Favorit)
2014 Erben Spätlese feinfruchtig, Rheinhessen

Egal, ob zum ersten oder zweiten Gang – erstaunlicherweise konnten hier unsere lieblichen Weine wie die Erben Spätlese oder der Erben Regent überzeugen. Damit hätte ich bei der groben Vorauswahl der Weine nie gerechnet. Umso spannender war die Erfahrung, dass das Chili die Geschmacksknospen auf der Zunge öffnet und sich die leicht süßen Komponenten der Saucen als eine geschmacksgebende Zutat präsentierten. Je intensiver das Gericht, wie der 18 Stunden lang zubereitete Rinderbraten, und je schärfer die Sauce, desto mehr konnte ein trockener Wein zum Fleisch punkten. Darum avancierte auch der vollmundigen Spätburgunder im Eichenholzfass zum Favoriten bei Gang drei. Zum sommerlich-leichten Dessert aus Quark-Joghurt und Trauben wurde der ebenfalls frische, jedoch süße Müller-Thrugau bevorzugt.

Ein wirklich spannendes Experiment mit noch unerwarteteren Ergebnissen. Auf jeden Fall ein Konzept, das wir unbedingt wiederholen möchten :-)

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