Gastbeitrag: Ein Rückblick auf die Erben Jungweinprobe

Letzte Woche fand bei uns in Traben-Trarbach die Jungweinprobe statt. Zur Abwechslung berichten wir diesmal nicht selbst, sondern lassen eines unserer Mitglieder zu Wort kommen. Ein Beitrag von Gaby Weimer.

Am Freitag war es nun endlich soweit. Ich reiste wieder nach Traben-Trarbach zum Team der Familie Langguth. Angefangen hat es letztes Jahr mit einer Einladung zum Erben Winzerwochenende aufgrund des 50-jährigen Bestehens des Weinhauses F.W. Langguth Erben und einer gewonnenen Rebstock-Patenschaft. Diese Rebstöcke stehen im Erben Jubiläums-Weinberg und werden vorzüglich von den Mitarbeitern gepflegt. Mehr dazu später.

Nun aber zum Freitag: Es gab auf der Communityseite ein Gewinnspiel, in dem für drei Personen eine Weinprobe des exklusiven Patenschafts-Rieslings aus dem Erben Jubiläums-Weinberg ausgeschrieben war. Selbstverständlich beteiligte ich mich daran, denn ich wollte ja schließlich den erstmals produzierten Wein exklusiv probieren ;-) Wie es der Zufall oder auch die Mitarbeiter so wollten, gewann ich einen der Plätze und wurde von der Familie Langguth an die Mosel eingeladen, den Nachmittag und Abend mit drei Mitarbeitern dort zu verbringen, wo die guten Tröpfchen produziert, gelagert und abgefüllt werden.

Um 16 Uhr trafen wir uns am Hotel Bellevue, in dem von Langguths die Zimmer für uns drei Gewinner gebucht waren. Es ist ein wunderschön, direkt am Moselufer gelegenes, Vier-Sterne-Hotel, das ich wirklich weiterempfehlen kann :-) Verena empfing uns dort sehr herzlich und geleitete uns fußläufig zum Weingut Langguth, was nur ungefähr 500 Meter entfernt liegt. Dort wurden wir nochmals von Alois begrüßt und außerdem erwartete uns ein Filmteam ;-) Schließlich sollten solche exklusiven und erstmaligen Augenblicke ja nicht nur auf unseren Handycams festgehalten werden ;-)

Nach einer kurzen Ansprache ging es also los. Wir durften in den Weinkeller, in dem die Tanks  mit den guten Tröpfchen liegen. Rund um uns herum waren noch einige Mitarbeiter damit beschäftigt, nach der Weinabfüllung wieder aufzuräumen und für Ordnung zu sorgen. Im Weinkeller gab es noch eine kurze Vorstellungsrunde des Filmteams und außerdem war dort schon alles für unsere Weinprobe vorbereitet worden.

Wir bekamen jeder ein Weinglas und Alois erklärte uns, wo welcher Wein lagert. Dann ging es als erstes an DEN Wein, auf den wir sehr gespannt schon seit dem Erben Winzerwochenende im September 2014 gewartet hatten. Schließlich stammt er von „unseren“ Rebstöcken ;-) Da will man ja wissen, was daraus wurde ;-)

Mit einem speziellen Zapfschlüssel gelang Alois der Zugang an das gute Tröpfchen und jeder bekam einen großen Schluck direkt vom Fass ins Glas geschenkt. Wir schnupperten, schwenkten, begutachteten den Wein in unseren Gläsern, bekamen nochmals genau erklärt, auf was zu achten ist und dann ging es ans Probieren. Schlürfschmatzschluck … Oh, der ist ja … mmmmmhh … leckerlecker! Gleich noch ein Näschen, noch ein Schlückchen … Ah ja, man roch schon, dass noch die Hefe ihre Spuren hinterlassen hatte, allerdings war auch sofort erkennbar, dass dieser Weiße ein guter Jahrgang, ein sehr guter Tropfen ist :-) Trocken, etwas herb, aber schon sehr lecker. Er bräuchte von uns aus keine zusätzliche Süße mehr, müsste also nicht mehr mit süßem, unvergorenen Wein angereichert werden. So das Urteil von den drei Weintestern ;-) Auch Alois, Anke und Verena mundete er gut. Natürlich war das Filmteam um Susanne sehr fleißig und es wurde alles festgehalten, um es später den anderen in einem Filmbeitrag vorführen zu können. Weiter ging es an zwei weitere Fässer mit Wein vom Erben Jubiläums-Weinberg. Auch diese wurden von uns für gut befunden. Hier schmeckte und sah man allerdings auch, dass es dem Wein gut tut, wenn er noch ein paar Tage gelagert wird und dass etwas mehr Hefe enthalten ist, die natürlich, wie auch beim ersten Probieren, noch herausgefiltert werden muss.

Anschließend durften wir noch weitere Weine direkt vom Fass testen, die teils auch schon angereichert waren, sie hatten dementsprechend etwas mehr Süße und waren füllbereit.

Dann ging es zurück an die Stehtische, auf denen Verena schwarze Stielgläser vorbereitet hatte. In diesen Gläsern sollte die Farbe des darin enthaltenen Weines bewusst nicht gezeigt werden, weil wir herausfinden sollten, ob es sich um Weißwein, Roséwein oder gar Rotwein handelte. DAMIT hatte keiner von uns gerechnet ;-) Es blieb also spannend. Angefangen wurde immer mit dem Glas, das am weitesten links stand, das war in dem Fall das hinterste. Von dort aus wurde geschwenkt, probegerochen und probegeschlürft und dann kam die Frage: Na, ist Roter dabei, ist es nur Weißer, oder ist auch Rosé dabei?

Ja doch, klar ist ein Roter dabei. Ist das nicht sogar mein geliebter Dornfelder Barrique? Nein, aber ja, es ist ein Roter, es ist ein Dornfelder, aber kein Barrique, sondern der Halbtrockene, aber wow, nicht nur, dass ein Roter dabei ist, auch noch die Rebsorte erkannt? Na, den Dornfelder schmeckt man einfach, auch ohne den Abschluss zum Sommelierè zu haben  ;-)) Finde ich jedenfalls ;-) Ja und im Glas ganz rechts war also Rosé drin. Auch ein edles Tröpfchen, ein wunderbarer Sommerwein, für laue Abende am Moselufer bei Mondschein hervorragend geeignet. Oder auch zur Moselschifffahrt, gern auch auf anderen Flüssen und an anderen Ufern oder romantischen Plätzchen oder zu Gegrilltem sehr empfehlenswert ;-)

Damit wir dem Alkohol nicht all zu schnell ein Opfer wurden, gab es natürlich auch noch Mineralwasser für zwischendurch und Brot, um die Geschmacksnerven zu neutralisieren und eine kleine Grundlage für die Promille zu schaffen ;-) Laut dem Kamerateam waren wir aber nicht weiter „verhaltensauffällig“, der Wein machte uns lediglich etwas lockerer. Und gesund ist er obendrein! Er fängt durch vor allem in den Traubenkernen enthaltene Antioxidantien die in der Luft schwebenden Freien Radikale auf, die für den Organismus schädlich sind. Er schützt vor Krebs und Herzinfarkt, solange man ihn in Maßen genießt. Jeden Tag ca. 200 ml, sprich ein kleines Glas, sollten reichen, sonst meckert der Arzt ;-) Manchmal ist weniger dann doch mehr :-)

Nachdem wir nun die Weinprobe beendet hatten, ging es zusammen mit Alois, Anke und Verena zum Abendessen. Gelandet sind wir in der „Alten Zunftscheune“, einem urigen und gemütlichen Lokal. Dort war ein Tisch für uns reserviert. Gespeist wurde à la Carte. Getrunken wurde das gute Tafelwasser der Trabener Quelle und ein Weißwein von einem kleinen in Traben-Trarbach ansässigen Winzer. Nachdem wir unsere gewählten Speisen bestellt hatten, stießen wir nochmals an auf den wirklich sehr gelungenen Nachmittag und Abend. Das Filmteam war auch im Lokal, aber die Kamera blieb aus und wir durften in gemütlicher Runde bei Vorspeise, Hauptspeise und auf der Karte gewählten Creme Brulée, die leider nicht mehr erhältlich war, den Abend ausklingen lassen. Es wurde viel Lustiges beredet, auch noch ein paar Fragen zum Thema Wein wurden beantwortet und nachdem wir alle fürstlich gespeist hatten, gab es noch die Wette, ob wir wohl auf Kosten des Lokals einen Digestif bekämen. Tja, die Wette war leider verloren, denn es gab keinen. Was aber schnell nachgeholt und nachgeordert wurde, und Anke lud uns zu einem Absacker ein. Wir bestellten: Tresterbrand, Kräuterlikör, Tresterbrand aus dem Barrique (Na, wer mag den wohl bestellt haben? ;-)) ) und Weinbergpfirsichlikör, und stießen auf die fröhliche und gemütliche Runde an.

Fazit des Nachmittags im Weinkeller: Ihr lieben Erben Community-Mitglieder könnt sehr, sehr gespannt sein auf den leckeren Tropfen vom Jubiläumshain und euch auf einen wahrlich gut mundenden Weißwein mit wundervollen fruchtigen Aromen freuen :-)

Am Samstag nach dem Ausschlafen, einer morgendlichen Runde schwimmen, einem vorzüglichen Frühstück und einem abschließenden Plausch mit Alexander, einer der zwei anderen Weintester, machte ich mich auf den Weg in den Erben Weinberg. Wenn ich schon hier bin, dachte ich mir, möchte ich ja noch nach den Reben und den Rosenstöcken schauen, die wir im vergangenen September gepflanzt hatten. Außerdem wollte ich mich auf die Jagd nach ein paar Rebstockschnitten machen, die für die Frau meines Cousins und mich gedacht waren. Den Rosen geht es wunderbar, sie werden professionell gepflegt, wurden gut zurückgeschnitten und können dieses Jahr das erste Mal als Zeigerpflanzen ihr Werk tun. Die Rebstöcke wurden von Profis auf das bevorstehende Frühjahr vorbereitet, so dass sie bald neu austreiben und einen weiteren guten Jahrgang hervorbringen können.

Ich freue mich nun schon auf den nächsten Besuch in Traben-Trarbach und vor allem auf den guten Festtagswein, den wir hoffentlich bald zugeschickt bekommen ;-))

Vielen herzlichen Dank an das gesamte Familie Langguth-Team und speziell an Verena, Anke und Alois für die fröhlichen und sehr interessanten Stunden bei und mit euch. Wir warten nun in großer Vorfreude auf das Filmchen ;-)

3 comments

  1. Hallo Gaby,

    das ist ein sehr gelungener und zutreffender Beitrag. Leider bin ich schon am morgen abgefahren, da es bis zur Küste ein bisschen weiter ist und ich durch das Ruhrgebiet ( viel Staugefahr ) mußte. Es war eine schöne lustige Runde mit alles und sehr informativ. Vielleicht bietet sich uns allen mal wieder die Gelegenheit und bei einem Erben Wein Event wiederzusehen.

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