Erzähl-ein-Märchen-Tag (I)

Gestern war „Tag des Märchens“. Zu diesem Anlass hat unsere liebe Verena, vorausschauend wie sie ist, schon lange vor ihrer Abreise in die USA einen Beitrag verfasst und geplant. Doch dann bin ich leider mit dem Redaktionsplan durcheinander gekommen, deswegen erscheint der Artikel jetzt mit einem Tag Verspätung. Ich hoffe, ihr seht es mir nach! Der Inhalt ist dadurch jedenfalls nicht weniger märchenhaft, wie ich meine, und ich fände es toll, wenn uns Verena noch mehr Märchen erzählt, wenn sie wieder zurück ist, oder was denkt ihr? Euer Thomas

Der Erzähle-ein-Märchen-Tag wird am 26. Februar 2015 gefeiert. Heute soll man sich gegenseitig Märchen vorlesen oder erzählen. Natürlich kann man auch für sich allein ein Märchen lesen. „Märchen sind Prosatexte, die von wundersamen Begebenheiten erzählen. Sie sind eine bedeutsame und sehr alte Textgattung in der mündlichen Überlieferung und treten in allen Kulturkreisen auf. In Deutschland wurde der Begriff Märchen insbesondere durch die Sammlung der Brüder Grimm geprägt.“

Nach der Arbeit führte mich eines Abends mein Weg in ein Speiselokal in Traben-Trarbach, von denen es ja in dieser Stadt auf jeder Moselseite viele gibt. Am Stammtisch saß eine gesellige Damenrunde. Das Thema „Märchen“ brachte mich mit den „Moselmädchen“ ins Gespräch. Im Gegensatz zu der Deutschen Märchenstraße, die seit 1975 als Route von der Brüder-Grimm-Stadt Hanau über 600 Kilometer bis nach Norddeutschland zu den Bremer Stadtmusikanten bzw. zum Klabautermann in Bremerhaven führt, hat man in Rheinland-Pfalz und speziell an der Mosel keine vergleichbaren Märchenrouten.

Stattdessen gibt es Geschichten und Sagen an Saar und Mosel sowie Traditionen und Bräuche in den Gebieten des moselfränkischen Sprachgebrauchs, die heute noch gepflegt werden. Die Geschichten werden gerne über die Entstehung eines Weinnamens erzählt, so zum Beispiel beim Erdener Treppchen. Wer sich zuerst einen Überblick verschaffen möchte, wo dies liegt, wird hier fündig.

„Das Erdener Treppchen:
Die Erdener bemühen fröhlich Himmel und Erden, wenn es um die Erklärung ihres berühmtesten Lagennamens geht:
Am liebsten lassen sie sich zunächst fragen, was denn wohl das älteste Dorf der Welt sei. Antwort: Selbstverständlich Erden, denn laut erstem Bibelsatz „schuf Gott im Anfang Himmel und Erden“. So getan, habe er sich – per Treppe – hernieder begeben, um sein Werk anzusehen. Er war sehr zufrieden und ließ zur Krönung an dieser Stelle rund um das „Treppchen“ Wein wachsen – Wein, der heute noch „einfach göttlich“ genannt wird (Quelle: Winfrid Heinen Verlag, Trittenheim, 1984, „Gesamtwerk Deutscher Wein“). So wachsen noch immer ganz besondere Weine in diesen beeindruckenden Steillagen.

Ich kann euch verraten, dass dieser Abend sehr lang wurde und ich in fröhlicher Runde, bei gutem Essen und Trinken, so manche Anekdote zu hören bekam. Wenn ihr Lust habt, kann ich davon noch ein paar mehr erzählen :-)

2 comments

  1. Auch ich kann eine Anekdote erzählen und habe daraus ein GEDICHT gemacht, vielleicht gefällt es euch ja:
    Die Zeller Schwarze Katz:
    Einst suchten die Aachener Kaufleute einen Fuder Wein,
    sie wollten es mit nach Aachen nehmen und es sollte etwas Besonderes schon sein.
    Sie testeten und probierten die Jahrgänge und konnten sich nicht entscheiden
    und probieren macht hungrig und der Magen sollte nicht darunter leiden.
    Die Winzerin hatte Hausmacherschnittchen serviert….
    Es wurde gegessen, es wurde probiert und dabei ist es passiert:
    Die Hauskatze der Familie schlich unbemerkt…in den Keller hinein
    und ließ sich fauchend nieder mit abwehrenden Tatzen auf einem Fass Wein.
    Die Kaufleute waren erstaunt und sagten:
    „ In diesem Fass muss etwas Besonderes oder gar der beste Wein sein„.
    Sie kauften das Fuder und nahmen es mit nach Aachen,
    doch das ist nicht das Ende der Geschichte, soviel sei schon mal verraten.
    Denn die Kaufleute kamen zurück und man sah sie den gesamten Weinvorrat aus diesem Winzerkeller kaufen
    und sie erzählten, dass sie den Wein nun Zeller Schwarze Katz taufen
    und dieser Wein fand riesigen Anklang und sie wollten noch mehr,
    da wurde der Winzer hellhörig und für die Stadtverwaltung war es nicht schwer,
    die Weinlage zu finden und sie als “ Zeller Schwarze Katz “ zu benennen,
    so wie wir auch heute noch die Weinbergsfläche als
    “ Zeller Schwarze Katz “ gut kennen.
    ( von Petra Helene )

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