Kellereiarbeit – Teil 3: Federweißer

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Wenn sich im Herbst die Blätter an den Weinstöcken bunt färben und die Winzer nach und nach anfangen, die Trauben zu ernten, wird an der Mosel traditionell, wie auch in vielen anderen Weinbauregionen, gerne Federweißer getrunken. Schon oft wurde ich gefragt, warum wir denn im Spätsommer noch keinen Federweißen an der Mosel haben, und warum wir ihn nur im Herbst anbieten.

Federweißer ist ein Saisonprodukt.

Ich habe ja schon berichtet, dass die Trauben gepresst und von ihren festen Bestandteilen, dem Trester, getrennt werden. Dieser Saft wird Most genannt. Setzt dann beim Most die Gärung ein, wird der Most zu Federweißer. Bei der Gärung wird Zucker in Alkohol umgewandelt. Der Federweißer gärt also weiter, bis der Zucker vergoren ist oder abgestoppt wird. Er wird so zu Jungwein der dann zum Wein reift.

Gerne trinkt der Moselaner sein Gläschen Federweißer, frisch vom Tank gezapft, nach getaner Arbeit, dazu wird ein Stück Zwiebelkuchen verzehrt. Aber Vorsicht: Schon viele Urlauber haben die durchschlagende Wirkung des Federweißen unterschätzt. Dieser kann bei übermäßigem Genuss abführend wirken.

Bild zwiebelkuchen

Wollt ihr euch einmal selbst am Zwiebelkuchen versuchen? In unserer Erben Rezeptsammlung verrate ich euch heute das Rezept von meiner Oma Anna-Maria.


Zutaten

Mürbeteig:

300 g Mehl

2 TL Backpulver

2 Eier

200 g Margarine

etwas Wasser und etwas Salz

Belag:

750 g Zwiebeln

100 g Räucherspeck

100 g Crème fraîche

2 EL Semmelbrösel

3 Eier

1 TL Mehl

1/2 Becher Joghurt

2 EL Sahne

je 1/4 TL Salz und Paprika edelsüß

1 MSP geriebene Muskatnuss

 

Zubereitung

Für den Teig:
Das Mehl mit dem Backpulver und etwas Wasser mischen. Auf die Arbeitsfläche geben und in die Mitte eine Vertiefung machen. Dort kommen die 2 Eier hinein. Die Margarine hinzufügen und mit den Händen zu einer gleichmäßigen Masse kneten und 30 Minuten kalt stellen. Den Teig ausrollen und auf ein Backblech geben. Bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) für 50 – 60 Minuten backen. Anschließend belegen.

Für den Belag:

Zwiebeln im Durchlaufschnitzer in schöne Scheiben schneiden. Speck klein würfeln, in einer Pfanne über mäßiger Hitze glasig werden lassen, ebenso die Zwiebeln unter ständigem Wenden in etwa 2 Minuten. Anschließend abkühlen lassen. Crème fraîche auf den Tortenboden streichen und mit Semmelbröseln gleichmäßig bestreuen. Die Eier mit den restlichen Zutaten verquirlen und abschmecken. Die Zwiebeln auf dem Teig verteilen und mit der Eiermischung begießen, dann die Oberfläche glatt streichen. Den Zwiebelkuchen bei 200 °C auf der mittleren Leiste in den Ofen schieben und 45 Minuten backen.

Falls ihr das Rezept ausprobiert, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr Bilder von eurem Zwiebelkuchen macht und hier mit mir teilt!

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