Durch die Brille eines Radfahrers (II)

Vielleicht war es das letzte Mal für diese Saison, dass wir kurz unterwegs waren. Auch daher konnte man das vergangene, tolle Wochenende wunderbar zum Radfahren genießen. Bis zum Mittag lag noch Nebel über der Bernkasteler Badstube, aber danach wurde es einfach toll. Zuerst ging es am Samstag mit den Kollegen vom Radsport Club Stahlroß Wittlich in die Eifel, um dann auf dem Heimweg entlang der Mosel zu radeln. Nur noch vereinzelt waren Winzer bei der Traubenlese. Das Meiste ist geerntet. In den besten Süd- und Südwestlagen konnte man noch Parzellen entdecken, in denen vollreife Trauben hingen, die in der Sonne weiter an Mostgewicht gewannen. Auch der Weinberg der Familie Langguth in der Badstube wird davon profitiert haben.

Entlang Mehringer Goldkupp, Klüsserather Bruderschaft, Trittenheimer Altärchen und -Apotheke, dem Piesporter Goldtröpfchen, Brauneberger Juffer und zuletzt, kurz vor dem Zuhause, die Bernkasteler Badstube – überall gewann ich vielversprechende Eindrücke für sehr gute 2014er Mosel- und hervorragende Erben Weine.

Am Sonntag legten dann die Temperaturen sogar noch zu. Die Wetterstation in der Brauneberger Juffer, 200 m direkt oberhalb der historischen Römischen Weinkelter, wies an diesem Sonntag erstaunliche 22 °C aus. Ein sympathischer Wert für diese Jahreszeit, wie ich finde. Nächstes Wochenende nehme ich mir noch die Mosel flussabwärts vor. Wahrscheinlich wird bis dahin die Lese 2014 abgeschlossen sein.

Lagebesprechung

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Es gibt mal wieder Neuigkeiten zur Erben-Gemeinschaft: Heute haben wir uns in Traben-Trarbach zusammengefunden, um den aktuellen Entwicklungsstand unserer Markenbotschafter-Community zu besprechen, die wir Mitte September feierlich ins Leben gerufen haben. Während draußen der Herbst versucht, trübe Stimmung zu verbreiten, sind wir hier drinnen im warmen Konferenzraum bei den Langguths bester Dinge.

Wir arbeiten derzeit intensiv daran, dass es hier bald richtig losgeht und freuen uns auf viele virtuelle und reale Wiedersehen!

Ansichten eines Neumoselaners

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Liebe Erben Freunde!

Inzwischen wohne ich bereits seit fünf Monaten im schönen Traben-Trarbach, und ich kann mich einfach nicht an dieser schönen Umgebung satt sehen. Ich möchte euch hier im Blog gerne regelmäßig an den Eindrücken teilhaben lassen, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin, Frau Lilo Snel, in Wort und Bild festhalte. Darf ich euch zu einer virtuellen Sightseeing-Tour einladen? Starten wir mit dem Fluss, der diese Region so typisch macht, der Mosel. Let’s go!

Typisch für die Mosel sind die Nebelschwaden im Herbst, die vormittags über dem Tal stehen und die für die nötige Feuchtigkeit an den Reben- und Waldhängen sorgen. Steigt der Nebel, verspricht es ein sonniger Tag zu werden. Die Personenschiffe laden zu einer Fahrt auf der Mosel ein. Auf beiden Uferseiten befinden sich die Anlegestellen der „Weißen Flotte“, so nennt man die Personenschifffahrt an der Mosel. Übrigens genossen schon die alten Römer die Fahrt auf der Mosel: Denn wo sonst kann man die beeindruckende Landschaft besser genießen als vom Fluss aus?

Für eure Ausflugsplanung: Die Personenschifffahrts-Gesellschaften bieten Rund-, Tages-, Halbtages- und Abendfahrten mit Tanz- und Livemusik an; weiterhin Sonderfahrten nach Vereinbarung. Täglich Traben-Trarbach – Bernkastel-Kues und umgekehrt oder Traben-Trarbach – Zell und zurück.

Hier noch ein paar statistische Daten:

  1. Die Mosel ist der größte deutsche Nebenfluss des Rheins. Sie fließt durch Frankreich, Luxemburg und die deutschen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz.
  2. Länge: 545 km
  3. Flussgebiet: 28.286 km²
  4. Quelle: Vogesen
  5. Mund: Rhein
  6. Städte: u. a. Trier, Cochem, Koblenz, Bernkastel-Kues, Metz, Remich
  7. Brücken: Moseltalbrücke, Römerbrücke
  8. Länder: Frankreich, Luxemburg, Deutschland

Ach ja, wenn die Mosel Hochwasser führt, wird die Schifffahrt komplett eingestellt. Doch dieses Thema werde ich in einem späteren Beitrag noch vertiefen.

Euer André

Neues aus dem Erben Jubiläums-Weinberg – Die Traubenlese

Als ich am Samstagmorgen bei dickem Nebel und leichtem Regen in Richtung Erben Jubiläums-Weinberg aufgebrochen bin, haben sich meine Gedanken nur um das vorherrschende Wetter gedreht. Als Winzer versucht man, die Trauben möglichst trocken zu lesen, denn nasse Trauben verwässern den Most unnötig. Im Berg angekommen, hat sich der Nebel jedoch bald in Wohlgefallen aufgelöst und die liebe Sonne hat unsere Trauben schnell abgetrocknet.

Die Stimmung beim Lese-Team, bestehend aus vielen Bekannten und Freunden der Familie Langguth, war prächtig. Immer zu zweit wird eine Zeile gelesen, da bleibt trotz der hohen Konzentration genug Zeit, um Anekdoten auszutauschen und herzhaft zu lachen. :) Wie ich zuvor berichtet habe, waren mittlerweile ein paar faule Trauben mit dabei, diese wurden sehr gründlich eliminiert und haben es nicht bis in die Lese-Bütte geschafft.

Bei den Rebstöcken unserer Patrone und Paten habe ich gerne selbst Hand mit angelegt. So ging es Stock um Stock an die süßen Früchte dieses Jahrgangs. Direkt vom Stock weggenascht, schmecken die Trauben schon süß, fruchtig und um Längen besser wie gewöhnliche Tafeltrauben aus dem Supermarkt. Einem schönen Moselwein steht hier kaum noch etwas im Wege.

Wer viel arbeitet, muss natürlich auch was essen. Bei uns gab es am Samstag eine deftige Kartoffelsuppe mit Würstchen und natürlich einem Gläschen Wein. Ein typisches Weinbergs-Essen: Deftig und warm direkt vor Ort eingenommen, ist dies immer mein persönliches Highlight an einem Lesetag. :) Wunderbar gestärkt ging es nach der Mittagspause weiter. Bis in den Nachmittag hinein wurde gelesen.

Wenn die roten Boxen voll sind, werden diese in eine große Bütte umgefüllt und zur Verarbeitung in das Kelterhaus gebracht. Was mit den Trauben dann passiert, werde ich jedoch in einem weiteren Beitrag erzählen. Fortsetzung folgt! :)

Blick zurück nach vorn – Erben Winzerwochenende

 

Genau vier Wochen liegt das Gründungstreffen der Erben Gemeinschaft nun bereits zurück. Je mehr Zeit ins Land zieht und je größer der Abstand wird, desto klarer formt sich die Erkenntnis, dass die Begegnung mit so vielen lieben Menschen etwas ganz Besonderes war und dass dieses Wochenende für immer einen Ehrenplatz im Fotoalbum meiner Erinnerungen einnehmen wird.

Mit großer Freude haben wir wahrgenommen, dass dies bei vielen Teilnehmern ebenso der Fall ist. An dieser Stelle vielen Dank an Alice, Bella, Claudia, Matthias, Patrick, Sabine, Thomas und alle anderen für eure zahlreichen Beiträge in Blogs, auf Facebook, Twitter und Instagram. Wir haben uns über jede einzelne Wortmeldung gefreut. Die positiven Rückmeldungen haben uns Mut gemacht und sind uns Ansporn, auf dem von uns eingeschlagenen Weg konsequent voranzuschreiten.

Die vage Idee einer Community aus Freunden und Fans unserer Marke Erben hat inzwischen konkrete Formen angenommen. Besonders hilfreich bei den weiteren Überlegungen sind natürlich die Ergebnisse der Workshops, die wir gerade auswerten. Über den weiteren Entwicklungsfortschritt werden wir in den nächsten Wochen hier regelmäßig berichten. Seid gespannt! :)

Neues aus dem Erben Jubiläums-Weinberg – Wo ist der goldene Oktober nur?

Während in vielen deutschen Weinbauregionen die Weinernte 2014 schon eingefahren ist und im Keller lagert, geht es bei uns mit großen Schritten auf die Lese zu.

Ich sitze in meinem Büro und blicke dorthin, wo ich sonst die Mosel sehe. Nach einem kurzen Intermezzo des Altweibersommers hängen seit Tagen viel Nebel und auch Regenwolken im Tal. Zu diesem Zeitpunkt ist das leider schlecht für die Trauben.

Ist der Boden zu nass, werden die einzelnen Beeren an der Traube durch die im Boden verfügbare Feuchtigkeit prall und quetschen sich gegenseitig ab. Da die Trauben schon sehr reif und voller Zucker sind, fangen diese oft an zu faulen. Dazu haben auch die schwülen Nächte von bis zu 16 °C beigetragen. In meinem letzten Beitrag habe ich berichtet, dass die Trauben überwiegend lockerbeerig sind. Dies ist bei der derzeitigen Witterung sehr wichtig, denn die Beeren trocknen schnell ab und es entsteht keine Staunässe. Darum hält sich der Anteil der faulen Trauben im Erben Jubiläums-Weinberg sehr in Grenzen. Zum Glück, kann ich da nur sagen. Ich habe in diesem Herbst schon Weinberge gesehen, die deutlich schlechter ausgesehen haben.

Per se ist Fäulnis beim Riesling nicht tragisch, solange die Trauben keine Essigfäule haben. Diese wird durch Fruchtfliegen, Wespen oder Vögel vorangetrieben. Vor allem Fruchtfliegen freuen sich über faule Trauben, da sie durch die zerstörte Beerenhaut überhaupt erst an den süßen Saft gelangen. Beim Lesen werden wir jedoch darauf achten, dass diese Trauben nicht in den Eimer gelangen!

Es gibt keinen Grund noch länger zu warten. Die Trauben sind reif, die gesunden Beeren schmecken saftig und süß (die faulen habe ich nicht probiert). Die Lesemannschaft ist bestellt und das Wetter soll zum Wochenende besser werden. Darum geht es am morgigen Samstag rund. Ich werde dabei sein und euch sobald wie möglich berichten!

Kellereiarbeit – Teil 3: Federweißer

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Wenn sich im Herbst die Blätter an den Weinstöcken bunt färben und die Winzer nach und nach anfangen, die Trauben zu ernten, wird an der Mosel traditionell, wie auch in vielen anderen Weinbauregionen, gerne Federweißer getrunken. Schon oft wurde ich gefragt, warum wir denn im Spätsommer noch keinen Federweißen an der Mosel haben, und warum wir ihn nur im Herbst anbieten.

Federweißer ist ein Saisonprodukt.

Ich habe ja schon berichtet, dass die Trauben gepresst und von ihren festen Bestandteilen, dem Trester, getrennt werden. Dieser Saft wird Most genannt. Setzt dann beim Most die Gärung ein, wird der Most zu Federweißer. Bei der Gärung wird Zucker in Alkohol umgewandelt. Der Federweißer gärt also weiter, bis der Zucker vergoren ist oder abgestoppt wird. Er wird so zu Jungwein der dann zum Wein reift.

Gerne trinkt der Moselaner sein Gläschen Federweißer, frisch vom Tank gezapft, nach getaner Arbeit, dazu wird ein Stück Zwiebelkuchen verzehrt. Aber Vorsicht: Schon viele Urlauber haben die durchschlagende Wirkung des Federweißen unterschätzt. Dieser kann bei übermäßigem Genuss abführend wirken.

Bild zwiebelkuchen

Wollt ihr euch einmal selbst am Zwiebelkuchen versuchen? In unserer Erben Rezeptsammlung verrate ich euch heute das Rezept von meiner Oma Anna-Maria.


Zutaten

Mürbeteig:

300 g Mehl

2 TL Backpulver

2 Eier

200 g Margarine

etwas Wasser und etwas Salz

Belag:

750 g Zwiebeln

100 g Räucherspeck

100 g Crème fraîche

2 EL Semmelbrösel

3 Eier

1 TL Mehl

1/2 Becher Joghurt

2 EL Sahne

je 1/4 TL Salz und Paprika edelsüß

1 MSP geriebene Muskatnuss

 

Zubereitung

Für den Teig:
Das Mehl mit dem Backpulver und etwas Wasser mischen. Auf die Arbeitsfläche geben und in die Mitte eine Vertiefung machen. Dort kommen die 2 Eier hinein. Die Margarine hinzufügen und mit den Händen zu einer gleichmäßigen Masse kneten und 30 Minuten kalt stellen. Den Teig ausrollen und auf ein Backblech geben. Bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) für 50 – 60 Minuten backen. Anschließend belegen.

Für den Belag:

Zwiebeln im Durchlaufschnitzer in schöne Scheiben schneiden. Speck klein würfeln, in einer Pfanne über mäßiger Hitze glasig werden lassen, ebenso die Zwiebeln unter ständigem Wenden in etwa 2 Minuten. Anschließend abkühlen lassen. Crème fraîche auf den Tortenboden streichen und mit Semmelbröseln gleichmäßig bestreuen. Die Eier mit den restlichen Zutaten verquirlen und abschmecken. Die Zwiebeln auf dem Teig verteilen und mit der Eiermischung begießen, dann die Oberfläche glatt streichen. Den Zwiebelkuchen bei 200 °C auf der mittleren Leiste in den Ofen schieben und 45 Minuten backen.

Falls ihr das Rezept ausprobiert, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr Bilder von eurem Zwiebelkuchen macht und hier mit mir teilt!

Neues aus dem Erben Jubiläums-Weinberg – der Countdown bis zur Lese läuft!

Langsam, aber sicher kehrt der Herbst bei uns ein. Die ersten Blätter färben sich gelb und die Trauben sind teilweise schon goldgelb und süß. Die frühreifen Rebsorten wie Bacchus, Rivaner oder Weißburgunder sind größtenteils gelesen und als Traubensaft im Keller zu probieren.

Sicher fragt ihr euch: Wie geht es eigentlich in unserem Erben Jubiläums-Weinberg voran?

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, sind die Trauben in einem tollen Zustand. Nicht zu groß und relativ locker (im Winzerjargon als lockerbeerig bezeichnet) hängen sie an den Stöcken. In manchen Weinbergen sind mittlerweile faule Trauben zu sehen. Dies wird bedingt durch die viele Feuchtigkeit und den langen Nebel am Morgen. Im Erben Jubiläums-Weinberg hält sich die Fäulnis jedoch noch sehr in Grenzen. Ich kann euch berichten, dass die Trauben goldgelb und einfach klasse aussehen. Die Träubchen müssen noch etwa zwei Wochen durchhalten, also heißt es noch immer: Daumen drücken!

Was ist eigentlich aus den Rosen geworden, die von den Gruppen Spätburgunder, Dornfelder, Riesling und Grauburgunder am Erben-Winzerwochenende gepflanzt wurden? Leider konnte ich nur noch eine Knospe finden (diese habe ich direkt für euch abgelichtet), die restlichen Blüten sind mittlerweile verblüht. Die gute Nachricht: Alle Rosen sind noch saftig grün und es scheint ihnen gut zu gehen. Für den Rückschnitt hat sich Alois bereits angekündigt. Ich werde euch berichten!