Weinberge in den Jahreszeiten

Durch mein Bürofenster in Traben-Trarbach sehe ich jeden Tag, wie sich die Weinberge an der Mosel mit der Zeit verändern. Erst dann bekommt man mit, wie viel Arbeit die Winzer wirklich haben.

Im Winter zum Beispiel sollte der Weinberg eine Pause einlegen. Damit die Rebstöcke nicht einfrieren, wird an jeden Stock ein kleiner Erdhügel angehäuft, damit die Kälte keine Chance hat. Ich beobachte die Winzer dabei, wie sie den Rebschnitt ausführen, denn der wirkt sich auf das Blattwachstum, die Menge und die Qualität der Trauben aus. Es werden nur noch die Drähte nachgespannt und dann können auch schon die nächsten Triebe im Frühjahr kommen!

Im Frühling ist der Winterschlaf dann auch wieder vorbei und Ende März beginnt die Rebe wieder damit, Wasser aufzunehmen. Dieses Wasser drückt an die Rebschnitte und tropft ab. Im April bilden sich nun die Knospen, die der Winzer aufbricht, damit der Austrieb beginnen kann. Zum Schluss werden die Ranken von den Drähten aufgebunden, um das Wachstum stetig zu beobachten.

Ende Juni hat auch schon der Sommer angefangen und dann beginnt in den Weinbergen die Blütezeit. In dieser wichtigen Phase kann man das Erntedatum bestimmen. Man sagt ca. 100 Tage nach der Blüte. Während die Trauben im Juli anfangen zu reifen, findet die „Grüne Ernte“ statt. Das heißt, einige der noch grünen Trauben werden aus dem Rebstock geschnitten, um die Entwicklung und die Qualität zu überprüfen. Ich sehe auch immer wieder, wie die Winzer die Weinberge entlauben, damit auch genug Luft und Licht an die Trauben kommt. Im August beginnt nun endlich der Reifeprozess und jetzt ist noch einmal Warten angesagt.

Im September/Oktober ist es dann endlich soweit. Der Reifegrad der Trauben ist erreicht. Man sieht auf den Straßen überall Traktoren mit ihren grünen Fässern und den geernteten Trauben. Die Weinberge sind voller Menschen, die fleißig am Arbeiten sind. Es gibt aber auch eine schnellere Möglichkeit, die Trauben zu lesen, und zwar eine Erntemaschine. Sie fährt durch die Weinberge und rüttelt an den Rebstöcken, bis die Trauben abfallen und in der Maschine landen. Diese Maschine hat aber auch einen Nachteil: Es fallen nicht immer alle Trauben ab und so entsteht ein Verlust an Trauben. Nach zwei bis drei Wochen ist die Ernte dann auch wieder vorbei und es kehrt Ruhe in den Weinbergen ein. FAST! Denn im Herbst fangen die Blätter an sich zu färben und es entsteht ein goldener Weinberg, der von vielen Touristen als Wanderweg genutzt wird.

Immer wieder spannend, aus dem Fenster zu sehen :-)

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